Garagen und Stellplätze gelten als die "kleine Schwester" der klassischen Immobilienanlage – günstig im Einstieg, wenig Aufwand und solide Rendite. Aber lohnt sich das wirklich? Dieser Guide erklärt dir alles was du als Einsteiger wissen musst.
Warum Garagen als Investment interessant sind
Wer in Deutschland in Immobilien investieren möchte, denkt meist sofort an Wohnungen oder Häuser. Dabei übersehen viele eine oft attraktivere Alternative: Garagen, Tiefgaragenstellplätze und Außenstellplätze. Der Grund ist simpel – der Parkplatzmangel in deutschen Städten ist massiv und wächst weiter.
In Großstädten und Ballungsräumen kommen auf jeden freien Parkplatz mehrere Suchende. Wer einen festen Stellplatz besitzt, hat selten Probleme einen Mieter zu finden – und wenn doch, ist der nächste meist schnell gefunden.
In Deutschland gibt es rund 47 Millionen zugelassene PKW – aber nur einen Bruchteil der benötigten privaten Stellplätze in Innenstadtlagen. Die Lücke wächst jährlich.
Die Vorteile gegenüber Wohnimmobilien
- Geringer Einstiegspreis: Schon ab 8.000–15.000 € kannst du Eigentümer einer Immobilie mit eigenem Grundbucheintrag werden
- Kein Mieterschutzrecht: Stellplätze fallen nicht unter das Wohnraummietrecht – Kündigung ist ohne Angabe von Gründen möglich
- Keine Nebenkostenabrechnung: Anders als bei Wohnungen musst du keine aufwändige Betriebskostenabrechnung erstellen
- Kaum Instandhaltung: Ein Stellplatz hat keine Heizung, kein Bad, keine Küche – der Wartungsaufwand ist minimal
- Risikostreuung: Für den Preis einer Wohnung kannst du 10–20 Stellplätze kaufen – fällt ein Mieter aus, laufen die anderen weiter
- Stabile Nachfrage: Parkplatzbedarf ist konjunkturunabhängig – auch in Krisenzeiten brauchen Menschen einen Platz für ihr Auto
Die Nachteile die du kennen solltest
- Geringes absolutes Einkommen: Ein einzelner Stellplatz bringt 50–150 € im Monat – für relevantes passives Einkommen brauchst du mehrere
- Dünner Markt: Stellplätze zum Kauf sind selten öffentlich inseriert – du musst aktiv suchen
- Umsatzsteuerpflicht: Separat vermietete Garagen unterliegen der Umsatzsteuer (19 %) – außer du nutzt die Kleinunternehmerregelung
- Lagerisiko: Ein neues Parkhaus in der Nähe kann die Nachfrage schlagartig senken
- Begrenzte Wertsteigerung: Stellplätze steigen im Wert langsamer als Wohnungen
Was sind realistische Renditen?
Die Rendite hängt stark von Kaufpreis, Lage und Mieteinnahmen ab. Als grobe Orientierung für Deutschland:
| Standort | Kaufpreis | Monatsmiete | Brutto-Rendite |
|---|---|---|---|
| Kleinstadt / B-Lage | 5.000–10.000 € | 40–60 € | 5–8 % |
| Mittelgroße Stadt (z.B. Dinslaken) | 10.000–20.000 € | 60–90 € | 4–6 % |
| Großstadt (z.B. Köln, Hamburg) | 20.000–50.000 € | 80–150 € | 3–5 % |
| München / Frankfurt Innenstadt | 50.000–100.000 € | 150–300 € | 2–4 % |
Anbieter wie Speicher-Box oder BOX!T werben mit 5–7 % Rendite. Diese Zahlen sind oft Brutto-Werte vor Kosten. Nach Hausgeld, Verwaltung, Leerstand und Steuern bleiben häufig nur 3–4 % übrig. Rechne immer selbst nach – unser Renditerechner hilft dir dabei.
Welche Garagentypen gibt es?
- Außenstellplatz: Günstigste Option, aber geringste Miete und keine Witterungsschutz
- Einzelgarage / Garagenhof: Klassische Garage mit Tor, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Tiefgaragenstellplatz: Beliebt bei Mietern, oft in WEG eingebunden – Hausgeld beachten
- Duplexparker: Zwei Stellplätze übereinander – Wartungskosten für Mechanik beachten, nach 12–18 Jahren Sanierung nötig
- Self-Storage / Lagerbox: Kombination aus Garage und Lagerraum – höhere Mieten, aber auch mehr Verwaltung
So findest du dein erstes Objekt
- Portale durchsuchen: ImmoScout24, Immowelt, Kleinanzeigen – Suchauftrag einrichten und warten
- Zwangsversteigerungen: Auf zvg.de regelmäßig schauen – manchmal echte Schnäppchen
- Hausverwaltungen ansprechen: Direkt bei lokalen Verwaltungen anfragen ob jemand verkaufen möchte
- WEG-Eigentümer kontaktieren: Über das Grundbuchamt Eigentümer ermitteln und direkt anschreiben
- Lokale Makler: Viele Deals laufen gar nicht öffentlich – Makler vor Ort kennen die Objekte
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Hast du ein konkretes Objekt im Blick? Unser Renditerechner zeigt dir sofort ob es sich lohnt – mit Brutto-, Netto- und Nachsteuer-Rendite.
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