Wer eine Garage oder einen Stellplatz vermietet, braucht dafür rechtlich streng genommen nicht einmal ein Papier – ein mündlicher Vertrag reicht aus. Trotzdem ist das die schlechteste Idee, die du haben kannst. Ohne schriftliche Vereinbarung hast du im Streitfall keinen Beweis, keine klaren Kündigungsfristen und keinen Schutz vor Diskussionen über jeden Kratzer am Auto. Unten findest du eine kostenlose, rechtlich fundierte Muster-Vorlage zum Download – plus alles, was du zur richtigen Anwendung wissen musst.

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⚠️ Der wichtigste Punkt überhaupt

Liegen Stellplatz und eine Wohnung, die derselbe Mieter bei dir mietet, auf demselben Grundstück, vermutet die Rechtsprechung automatisch ein einheitliches Mietverhältnis (BGH, Urt. v. 12.10.2011 – VIII ZR 251/10) – selbst wenn du zwei separate Zettel unterschrieben hast. Die Folge: Du kannst weder die Garage getrennt kündigen noch ihre Miete separat erhöhen. Um das zu vermeiden, muss der Stellplatz-Vertrag klar als eigenständige Urkunde erkennbar sein – mit eigener Vertragsnummer, eigenem Mietbetrag und eigenständigen Kündigungsregelungen.

Warum sich ein separater Vertrag lohnt

Ob eine Garage rechtlich wie eine Wohnung behandelt wird oder wie ein normales Gewerbeobjekt, hängt komplett davon ab, wie der Vertrag gestaltet ist. Ein eigenständiger Stellplatz-Mietvertrag fällt nicht unter das Wohnraummietrecht – das bedeutet für dich als Vermieter:

Ist der Stellplatz dagegen Teil eines Wohnungsmietvertrags, gilt automatisch das strengere Wohnraummietrecht für das gesamte Paket – inklusive Kündigungsschutz und Kappungsgrenze.

Diese Punkte muss der Vertrag regeln

📍 Genaue BezeichnungAdresse, Stellplatznummer, Typ (Garage/Tiefgarage/Außenstellplatz)
🚫 NutzungszweckNur zum Abstellen eines Fahrzeugs – Lagerverbot ausdrücklich festhalten
💶 Miete & FälligkeitBetrag, Zahlungstermin, Konto
🔑 KautionHöhe, Rückzahlungsbedingungen
📅 KündigungsfristEigene Frist statt gesetzlichem Standard
🛡️ HaftungsausschlussFür Schäden durch Dritte, Wetter, herabfallende Äste
🔧 InstandhaltungWer ist wofür zuständig?
🗝️ Schlüssel/ToröffnerAnzahl, Rückgabepflicht, Ersatzkosten

Die 3 häufigsten Fehler bei Garagen-Mietverträgen

1. Keine Nutzungsregelung

Ohne ausdrückliches Lagerverbot wird die Garage schnell zum Abstellraum für alte Möbel, Reifen oder ein nicht mehr angemeldetes Fahrzeug. Ein Rückbau ist dann mühsam und rechtlich angreifbar.

2. Haftung bleibt ungeregelt

Ohne Haftungsausschluss drohen Diskussionen über jeden Marderschaden und jeden Kratzer – unabhängig davon, ob du dafür überhaupt etwas kannst.

3. Kein eigenständiger Vertrag

Ein Satz wie „zugehörig zur Wohnung Nr. 4" im Wohnungsmietvertrag kann bereits ausreichen, damit ein Gericht eine rechtliche Einheit annimmt – mit allen Konsequenzen für Kündigung und Mieterhöhung.

Kündigungsfristen im Detail

Wenn im Vertrag keine eigene Frist steht, greift die gesetzliche Regelung nach § 580a Abs. 1 Nr. 3 BGB: Die Kündigung muss bis zum dritten Werktag eines Monats zugehen, damit sie zum Ablauf des übernächsten Monats wirksam wird – de facto also eine Frist von rund zwei bis drei Monaten. Bei einem eigenständigen Vertrag können beide Seiten im Vertragstext auch eine andere Frist vereinbaren. Das außerordentliche Kündigungsrecht aus wichtigem Grund (§ 543 BGB) – etwa bei wiederholtem Falschparken oder Zahlungsverzug – lässt sich dagegen niemals vertraglich ausschließen.

💡 Praxistipp

Auch wenn Wohnung und Stellplatz am selben Tag vermietet werden, bleiben beide Verträge rechtlich getrennt – solange sie als eigenständige Urkunden mit eigener Vertragsnummer, eigenem Mietzins und eigenen Kündigungsregelungen aufgesetzt sind. Genau das leistet unsere Vorlage oben.

Steuerliche Behandlung nicht vergessen

Die Mieteinnahmen aus einem separat vermieteten Stellplatz sind grundsätzlich umsatzsteuerpflichtig und gehören in deine Einkommensteuererklärung. Alle Details dazu – inklusive Kleinunternehmerregelung und Abschreibung – findest du in unserem Steuer-Ratgeber.

Häufige Fragen zum Mietvertrag

Ist ein mündlicher Mietvertrag für eine Garage gültig?
Ja, rechtlich reicht sogar ein mündlicher Vertrag. Schriftform ist aber dringend zu empfehlen und bei einer Befristung von über einem Jahr sogar gesetzlich vorgeschrieben (§ 550 BGB) – ohne sie gilt der Vertrag als unbefristet.
Welche Kündigungsfrist gilt für Garage oder Stellplatz?
Ohne abweichende Vereinbarung gilt § 580a BGB: Kündigung bis zum dritten Werktag eines Monats zum Ablauf des übernächsten Monats. Bei einem eigenständigen Vertrag könnt ihr im Vertrag auch eine andere Frist festlegen.
Warum sollte der Mietvertrag getrennt vom Wohnungsmietvertrag sein?
Liegen Wohnung und Stellplatz auf demselben Grundstück, vermutet die Rechtsprechung sonst ein einheitliches Mietverhältnis (BGH VIII ZR 251/10). Dann sind separate Kündigung und separate Mieterhöhung nicht mehr möglich.
Wie hoch darf die Kaution für einen Stellplatz sein?
Anders als bei Wohnraum gibt es keine gesetzliche Obergrenze von drei Monatsmieten. Üblich sind in der Praxis ein bis zwei Monatsmieten.

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